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UKA erhält großzügige Förderung für Entwicklung neuer Therapien gegen hochaggressive embryonale Tumoren

Forschende des UKA haben einen Meilenstein auf dem Weg zu neuen Therapieoptionen für Kinder mit hochaggressiven embryonalen Tumoren erreicht. Eine aktuelle Publikation in der renommierten Fachzeitschrift Neuro-Oncology beschreibt erstmals systematisch potenzielle therapeutische Zielstrukturen bei atypischen teratoiden/rhabdoiden Tumoren (ATRT) sowie extrakraniellen Rhabdoidtumoren.

Forschende des UKA haben einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu neuen Therapieoptionen für Kinder mit hochaggressiven embryonalen Tumoren erreicht. Eine aktuelle Publikation in der renommierten Fachzeitschrift Neuro-Oncology beschreibt erstmals systematisch potenzielle therapeutische Zielstrukturen bei atypischen teratoiden/rhabdoiden Tumoren (ATRT) sowie extrakraniellen Rhabdoidtumoren. Die Ergebnisse bilden zugleich die Grundlage für ein neues Forschungsprojekt, das von der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung gefördert wird.

Die Arbeiten wurden von Dr. Nic Reitsam, Arbeitsgruppenleiter und Assistenzarzt am Institut für Pathologie des UKA, gemeinsam mit Victoria Fincke, MSc., und Prof. Dr. Pascal Johann, beide Experimentelle Pädiatrie, initiiert und durchgeführt.

Neue Zielstrukturen für seltene Tumoren

ATRT und extrakranielle Rhabdoidtumoren gehören zu den aggressivsten Krebserkrankungen des Kindesalters. Trotz intensiver multimodaler Therapie sind die Behandlungsmöglichkeiten bis heute begrenzt. Umso wichtiger ist die Identifikation neuer molekularer Angriffspunkte, die künftig gezielt therapeutisch adressiert werden können.

In ihrer Studie konnten die Augsburger Forschenden erstmals ein umfassendes Profil therapeutisch relevanter Oberflächenstrukturen bei Rhabdoidtumoren erstellen. Besonders hervorzuheben ist der Nachweis der Zielstrukturen Interleukin-13-Rezeptor α2 (IL13Rα2), CXCR4 und des Fibroblast Activation Protein (FAP). Alle drei Moleküle stehen bereits im Fokus der translationalen Krebsforschung und werden in unterschiedlichen Tumorentitäten als Angriffspunkte für moderne Immuntherapien, Radioligandentherapien oder zelluläre Therapieansätze wie CAR-T-Zellen untersucht. Der Nachweis ihrer Expression bei ATRT und extrakraniellen Rhabdoidtumoren eröffnet damit vielversprechende Perspektiven für die Entwicklung neuer zielgerichteter Behandlungsstrategien bei diesen bislang therapeutisch nur eingeschränkt zugänglichen Tumoren. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese seltenen Tumoren deutlich mehr therapeutische Angriffspunkte besitzen als bislang angenommen. Mit IL13Rα2, CXCR4 und FAP konnten wir gleich mehrere vielversprechende Zielstrukturen identifizieren, die bereits Gegenstand intensiver translationaler Forschung in anderen Tumorentitäten sind. Dies eröffnet die Chance, innovative Therapieansätze künftig auch für Kinder mit Rhabdoidtumoren nutzbar zu machen“, so Dr. Nic Reitsam, Arbeitsgruppenleiter und Assistenzarzt am Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Augsburg.

Förderung schafft Grundlage für Identifikation von Zielstrukturen

Die Ergebnisse der Publikation überzeugten auch die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung, die ein Folgeprojekt fördert. Ziel des Projekts ist der Aufbau einer strukturierten Plattform zur Identifikation therapeutischer Zielstrukturen bei embryonalen Tumoren des Kindesalters.

Hierfür sollen moderne molekulare Analysemethoden etabliert und auf verschiedene seltene pädiatrische Tumorentitäten angewendet werden. Neben der Validierung bereits identifizierter Targets soll die Plattform weitere bislang unbekannte Zielstrukturen erschließen und deren Eignung für zukünftige Präzisionstherapien bewerten. Langfristig soll so die Grundlage geschaffen werden, Kindern mit diesen bislang nur eingeschränkt behandelbaren Erkrankungen den Zugang zu innovativen zielgerichteten Therapien zu ermöglichen.