Sichere Versorgung im Ausnahmezustand: Chirurgische Teams trainieren am UKA
Medizinische Resilienz bedeutet, auch unter außergewöhnlicher Belastung handlungsfähig zu bleiben. Mit dem T.A.C.T.I.C.-Kurs vom 12. bis 14. Oktober 2026 bereitet das Universitätsklinikum Augsburg seine chirurgischen Teams auf solche Situationen vor. Im Mittelpunkt steht das gegenseitige Lernen über Fachgrenzen hinweg.

Augsburg | Ein schweres Unglück, ein Terroranschlag oder ein Massenanfall von Verletzten im Bündnisfall können die operative Versorgung vor besondere Herausforderungen stellen: Viele Menschen benötigen gleichzeitig Hilfe. Lebensrettende Eingriffe können dann auch außerhalb des täglichen Tätigkeitsspektrums der verfügbaren Operateurinnen und Operateure erforderlich werden.
Hier setzt der zunächst hausinterne T.A.C.T.I.C.-Kurs an. Unfall-, Gefäß-, Viszeral- und Thoraxchirurgie vermitteln einander zentrale Notfalltechniken. Jede Fachrichtung übernimmt dabei beide Rollen: Sie gibt ihr Wissen weiter und lernt von den anderen Disziplinen. Dieses gegenseitige Teaching soll die chirurgischen Handlungsmöglichkeiten erweitern und die Zusammenarbeit im Ausnahmezustand stärken.
Nach einer Vorbereitung im Eigenstudium trainieren die Teilnehmenden an Modellen und anatomischen Präparaten. Geübt werden unter anderem Blutungskontrolle, Gefäßnähte, die Stabilisierung von Knochenverletzungen sowie dringliche Eingriffe im Bauch- und Brustraum. Der Schwerpunkt liegt auf der operativen Versorgung nach der Sichtung der Verletzten.
Der Kurs macht damit einen zentralen Gedanken von „Safety in Medicine“ konkret: Sichere Versorgung im Ausnahmezustand braucht gezielte Vorbereitung, fachübergreifende Kompetenzen und Teams, die sich gegenseitig unterstützen können. Das Training verbindet diese Fähigkeiten mit den Versorgungsabläufen am UKA und soll so die medizinische Resilienz stärken.
Der Kurs ist bereits ausgebucht. Weitere Angebote sind in Planung; perspektivisch ist auch die Teilnahme externer Ärztinnen und Ärzte vorgesehen.
Weitere Informationen
Foto: Universitätsklinikum Augsburg