Prof. Keßler erhält Forschungspreis einer renommierten indischen Ayurveda-Klinik und Universität
Prof. Dr. Christian Keßler hat für seine klinische Forschungsarbeit auf dem Gebiet der traditionellen indischen Medizin Ayurveda die Auszeichnung einer der renommiertesten Ayurveda-Kliniken und Universitäten Indiens im Bundesstaat Gujarat erhalten: den Vaidya Sundarlal Joshi Smriti Shodha Puraskara Award der J. S. Ayurveda Mahavidyalaya & des P. D. Patel Ayurveda Hospital (Constituent Institute of Maganbhai Adenwala Mahagujarat University) in Nadiad, Indien.

Augsburg, Nadiat/Indien | Prof. Dr. Christian Keßler hat für seine klinische Forschungsarbeit auf dem Gebiet der traditionellen indischen Medizin Ayurveda eine Auszeichnung einer der renommiertesten Ayurveda-Kliniken und Universitäten Indiens im Bundesstaat Gujarat erhalten: den Vaidya Sundarlal Joshi Smriti Shodha Puraskara Award der J. S. Ayurveda Mahavidyalaya & des P. D. Patel Ayurveda Hospital (Constituent Institute of Maganbhai Adenwala Mahagujarat University) in Nadiad, Indien. Sichtlich bewegt nahm Keßler den Preis aus den Händen seines Lehrers, des in ganz Südasien anerkannten Ayurveda-Klinikleiters und -Akademikers, Prof. S.N. Gupta, entgegen. „Seine Tiefe und Weite in den indischen Klassikertexten des Ayurveda ist kaum zu übertreffen – und immer aus einer klinischen Perspektive, Liebe für die Menschen und offen für moderne westliche Wissenschaften und Evidenz – ein großer Meister seines Faches. Was für ein Glück, sein Schüler gewesen sein zu dürfen“, sagte Keßler nach der Entgegennahme des Preises. Neben seiner ärztlichen Ausbildung ist er auch studierter Indienwissenschaftler und spricht Hindi.
Der 48-Jährige wurde Ende vergangenen Jahres auf die Professur für Integrative Gesundheitsversorgung und Prävention berufen. Angesiedelt ist diese am Institut für Umweltmedizin und Integrative Gesundheit der Medizinischen Fakultät. Mit dieser neu geschaffenen Stiftungsprofessur stärkt die Sanddorf-Stiftung großzügig ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das in vielen Bereichen des Gesundheitswesens international zunehmend an Bedeutung gewinnt und in der Bevölkerung breite Akzeptanz genießt.
Integrative Medizin ist die Kombination aus konventioneller Leitlinienmedizin und evidenzbasierter Komplementärmedizin
Integrative Medizin verbindet Ansätze der konventionellen Medizin mit Methoden der evidenzbasierten Komplementärmedizin und Naturheilkunde: „Unser Ziel ist es, diese Verfahren nach streng wissenschaftlichen Kriterien zu überprüfen, um so eine wissenschaftsinformierte, sichere und qualitativ hochwertige Versorgung für Patientinnen und Patienten zu gewährleisten“, sagt Keßler. Dabei gehe es nicht nur um die Behandlung einzelner Erkrankungen, sondern auch um proaktive Gesundheitsförderung, Prävention chronischer Leiden und die Verbesserung gesundheitsbezogener Lebensqualität.
Am Institut für Umweltmedizin und Integrative Gesundheit unter der Leitung von Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann werden Forschungsfragen zur Komplementärmedizin in die dort bereits etablierte translationale Forschung eingebettet. Klinische Beobachtungen und komplementärmedizinische Verfahren werden mit moderner Laboranalytik, Bioinformatik und Biomarkerforschung verknüpft.
Diese interdisziplinäre Herangehensweise ermöglicht es, Wirkmechanismen zu entschlüsseln, neue diagnostische Ansätze zu entwickeln und personalisierte Gesundheitsförderungs-, Präventions- und Therapiekonzepte wissenschaftlich zu fundieren. Das hochmoderne Labor des Instituts schafft dabei eine Brücke zwischen medizinischer Grundlagenforschung und klinischer Anwendung – mit dem Ziel, evidenzbasierte Naturheilkunde als Komponente einer zukunftsorientierten, nachhaltigen Gesundheitsversorgung weiterzuentwickeln.
Schwerpunkt Prof. Keßlers ist die Erforschung traditioneller Medizinsysteme Europas und Asiens
Besonderer Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe um Christian Keßler ist die Erforschung traditioneller Medizinsysteme Europas und Asiens, von Wald- und Naturtherapie, der Mind-Body-Medizin sowie von naturheilkundlichen Ansätzen zu Longevity. Ein zentrales Ziel ist die Entwicklung von Modellen, wie Komplementärmedizin evidenzbasiert, sicher und effektiv in die konventionelle Versorgung integriert werden können – beispielsweise durch Hochschulambulanzsprechstunden, Konsiliardienste und kooperative/integrierte Versorgungsmodelle.