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Prof. Dr. Rawa Arif neuer Direktor der Klinik für Herzchirurgie

Der erfahrene Herzchirurg bringt besondere Expertise in der minimal-invasiven und roboterassistierten Herzchirurgie sowie in der Behandlung komplexer Aortenerkrankungen mit.

Mit Prof. Dr. Rawa Arif übernimmt am 1. Oktober 2026 die Leitung der Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Augsburg sowie den Lehrstuhl für Herzchirurgie an der Medizinischen Fakultät Augsburg. Der erfahrene Herzchirurg bringt besondere Expertise in der minimal-invasiven und roboterassistierten Herzchirurgie sowie in der Behandlung komplexer Aortenerkrankungen mit. Ziel seiner Arbeit am UKA ist es, die patientenorientierte Versorgung weiterzuentwickeln, innovative Behandlungsmöglichkeiten auszubauen und Forschung eng mit der klinischen Praxis zu verbinden.
 


Weiterentwicklung der minimal-invasiven Herzchirurgie

Ein Schwerpunkt von Prof. Dr. Arif liegt auf dem Ausbau schonender Operationsverfahren. Insbesondere Eingriffe an der Mitral- und Aortenklappe sollen, wenn medizinisch geeignet, zunehmend über minimal-invasive Zugänge und endoskopische Verfahren ermöglicht werden. Dabei steht der Erhalt beziehungsweise die Rekonstruktion der körpereigenen Herzklappe im Mittelpunkt.

Auch bei Bypass-Operationen soll der Einsatz minimal-invasiver Techniken weiterentwickelt werden. Die Auswahl der individuell passenden Therapie erfolgt weiterhin im engen Austausch zwischen Herzchirurgie und Kardiologie im interdisziplinären Heart Team.

„Moderne Herzchirurgie bedeutet für mich, für jede Patientin und jeden Patienten die individuell beste und zugleich möglichst schonende Behandlung zu finden. Minimal-invasive Verfahren können dazu beitragen, die Belastung durch eine Operation zu verringern und die Genesung zu unterstützen“, erklärt Prof. Dr. Rawa Arif.

Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt ist die roboterassistierte Herzchirurgie. Der Einsatz moderner Operationssysteme soll zusätzliche Möglichkeiten schaffen – beispielsweise bei minimal-invasiven Bypass-Operationen oder bei Rekonstruktionen der Mitralklappe.

Stärkung der Versorgung bei komplexen Aortenerkrankungen

Prof. Dr. Arif möchte zudem die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit komplexen Erkrankungen der Hauptschlagader weiter stärken. Gemeinsam mit der Gefäßchirurgie soll die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Aortenzentrum ausgebaut werden, insbesondere bei der Behandlung akuter Aortendissektionen.

Auch für Menschen mit erblichen Aortenerkrankungen wie dem Marfan-Syndrom ist eine spezialisierte Versorgung vorgesehen. Eine entsprechende Spezialambulanz soll genetische Diagnostik, moderne Bildgebung und individuelle Therapieplanung eng miteinander verbinden.

„Eine leistungsfähige Herzchirurgie entsteht durch enge Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg. Gerade bei komplexen Erkrankungen ist es entscheidend, dass verschiedene Expertinnen und Experten gemeinsam die bestmögliche Behandlung für unsere Patientinnen und Patienten entwickeln“, sagt Prof. Dr. Klaus Markstaller, Ärztlicher Direktor des UKA. 

Forschung mit direktem Nutzen für die Patientenversorgung

Neben der klinischen Weiterentwicklung setzt Prof. Dr. Arif auf den Ausbau der herzchirurgischen Forschung. Ein Schwerpunkt liegt auf der Versorgungsforschung mit dem Ziel, anhand klinischer Daten Behandlungskonzepte und Abläufe kontinuierlich zu verbessern.

Darüber hinaus sollen moderne Technologien wie High-Fidelity-Simulation und künstliche Intelligenz stärker genutzt werden, um operative Verfahren zu analysieren und langfristig Qualitätssicherung, Dokumentation sowie Aus- und Weiterbildung weiterzuentwickeln.

Ein weiterer Forschungsbereich ist die personalisierte Medizin mit einem Fokus auf Gendermedizin und genetische Zusammenhänge. Dabei soll unter anderem untersucht werden, wie sich individuelle Faktoren auf Therapieentscheidungen und Behandlungsergebnisse auswirken. Auch die Forschung zu erblichen Aortenerkrankungen soll weiter ausgebaut werden.

„Forschung muss dort ansetzen, wo sie für Patientinnen und Patienten einen konkreten Mehrwert schaffen kann. Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in eine noch sicherere, schonendere und individuellere Behandlung zu überführen“, sagt Prof. Dr. Rawa Arif.

 


Zur Person

Prof. Dr. Rawa Arif studierte Medizin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Dort promovierte er 2012 und habilitierte sich 2020. 2017 erhielt er die Facharztanerkennung für Herzchirurgie; im Dezember 2019 folgte die Zusatzqualifikation Spezielle Intensivmedizin.

Seit 2010 war Prof. Dr. Arif in verschiedenen Funktionen an der Klinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg tätig. Zuletzt war er dort Stellvertretender Ärztlicher Direktor und Geschäftsführender Oberarzt, Leiter der Marfan-Ambulanz sowie Leiter des Programms für roboterassistierte Herzchirurgie, das er etablierte.

Seit dem 1. Oktober 2026 ist Prof. Dr. Rawa Arif Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Augsburg und Inhaber des Lehrstuhls für Herzchirurgie an der Medizinischen Fakultät Augsburg.