Plötzliche Ohnmacht: UKA etabliert neue Versorgungseinheit für Synkope-Patienten
Auf der Station 8-8 der Kardiologie wurde eine Synkopen-Einheit eröffnet für Patientinnen und Patienten, die unter plötzlichem Bewusstseinsverlust leiden. Die neue Versorgungseinheit ermöglicht eine enge Verzahnung von Pflege und ärztlichem Dienst. So sollen Diagnostik, Fallsteuerung und Patientenedukation effizient miteinander verbunden werden.

Augsburg | Zum standardisierten Ablauf der neuen Synkopen-Versorgungseinheit gehören eine strukturierte Basis-Diagnostik sowie unter anderem Kipptischuntersuchung, EKG-Monitoring und weiterführende kardiologische Diagnostik. Bei entsprechender Indikation wurden bereits Eventrecorder implantiert. Diagnostische und pflegerische Maßnahmen werden frühzeitig koordiniert und möglichst parallel durchgeführt. Dadurch können Wartezeiten zwischen den einzelnen Untersuchungsschritten reduziert und Entscheidungen zur weiteren Behandlungsplanung schneller getroffen werden.
Diagnostik, ärztliche Beurteilung, pflegerische Begleitung und Schulung werden innerhalb eines möglichst kurzen Aufenthalts gebündelt. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten nach abgeschlossener Diagnostik zeitnah in die ambulante Weiterbetreuung zu entlassen.
Erste interne Betrachtungen zeigen einen deutlichen Trend zu einer kürzeren Verweildauer. Gleichzeitig wird die Diagnostik nicht reduziert: Alle behandelten Patientinnen und Patienten erhielten einen Schellong-Test, bei mehr als 25 Prozent wurde eine Kipptischuntersuchung durchgeführt. Der Ansatz zeigt damit, dass eine kürzere Verweildauer insbesondere durch einebessere interprofessionelle Koordination und frühzeitige Fallsteuerung ohne Qualitätsverluste erreicht werden kann.
Der Versorgungspfad soll nun weiterentwickelt werden. Geplant ist unter anderem eine fachübergreifende konsiliarische Betreuung nach Synkopen. Zudem wurde ein Ethikantrag gestellt, um die Erfahrungen wissenschaftlich zu begleiten und gemeinsam mit der Pflegewissenschaft und dem ärztlichen Dienst insbesondere die Entwicklung von Verweildauer, Diagnostik und Fallsteuerung zu evaluieren.
Foto: Universitätsklinikum Augsburg