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6. BZKF-Netzwerktreffen: Erfolgreicher Austausch und neue Impulse für die Krebsforschung

Wie lassen sich neue Erkenntnisse schneller in die Krebsmedizin übertragen und wie kann die Zusammenarbeit über Klinik- und Standortgrenzen hinweg weiter gestärkt werden? Diese Fragen standen beim 6. Netzwerktreffen des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) am 15. Oktober 2026 in Würzburg im Mittelpunkt.

© Matthias Merz Fotografie

Ein Schwerpunkt lag auf den sechs BZKF-Leuchtturmprojekten, die die gemeinsame Forschung an den bayerischen Universitätskliniken voranbringen. Dazu gehört auch die Leuchtturm-Gruppe Omics, Genomics und Liquid Biopsy unter Leitung von Prof. Dr. Rainer Claus am Universitätsklinikum Augsburg. Im Fokus stehen molekulare Analyseverfahren, die Tumoren präziser charakterisieren und neue Möglichkeiten für Diagnostik und Therapie eröffnen sollen.

Auch der wissenschaftliche Nachwuchs erhielt eine Bühne: Die Young Scientist Fellows (geförderte Nachwuchsforschende, die im Rahmen des BZKF innovative Projekte in der Krebsforschung vorantreiben) präsentierten ihre aktuellen Forschungsprojekte. Am UKA ist aktuell Dr. Marlena Mucha  durch das BZKF Young Scientist Fellowship* gefördert. Sie untersucht die Rolle des Proteins DICER1 bei der Entstehung aggressiver kindlicher Hirntumoren. Ihre Forschung soll dazu beitragen, die zugrundeliegenden Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und langfristig neue Therapieansätze zu entwickeln.

Ergänzt wurde das Programm durch das „Innovation Matchmaking – Onkologie“ in Kooperation mit Bayern Innovativ, das Universitätskliniken, Start-ups und weitere Akteure aus Wissenschaft und Gesundheitswirtschaft zusammenbrachte. Darüber hinaus wurde diskutiert, wie Patientinnen und Patienten künftig noch früher in die Planung von Forschungsprojekten eingebunden werden können.

Ausgezeichnete Forschungsarbeiten und Posterbeiträge

Im Rahmen des BZKF-Netzwerktreffens wurden herausragende wissenschaftliche Publikationen aus den beteiligten Universitätskliniken gewürdigt. Für das Universitätsklinikum Augsburg nahmen Dr. Nic Reitsam und Dr. Sebastian Dintner, Institut für Pathologie und Molekulare Diagnostik, den mit 2.000 Euro dotierten Publikationspreis für ihre Arbeit zur Identifikation immuntherapieempfindlicher Darmtumoren mit POLE-Mutationen entgegen.

Die Forschenden zeigen, wie sich bislang übersehene Tumoren mithilfe vorhandener Routinedaten und KI-gestützter Bildanalyse erkennen lassen. Dadurch könnten Betroffene gezielt auf die entsprechenden Mutationen getestet werden und Zugang zu einer Immuntherapie erhalten, die selbst bei metastasiertem Darmkrebs außergewöhnlich wirksam sein kann.

Auch beim BZKF-Posterpreis wurden Forschungsbeiträge aus den standortübergreifenden Studiengruppen ausgezeichnet: Den ersten Platz belegte die Studiengruppe Mammakarzinom unter Leitung von Prof. Dr. Nina Ditsch (UK Augsburg) und Prof. Dr. Matthias Beckmann (UK Erlangen) mit der WAVES-Studie, die untersucht, wie eine patientenzentrierte Arzt-Patienten-Kommunikation die Zufriedenheit, das Informationsverständnis und die Vorbereitung auf Therapieentscheidungen bei Brustkrebs verbessern kann. Den zweiten Platz belegte die Studiengruppe ZNS-Tumoren unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Michael Frühwald, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, die an verbesserten Behandlungsmöglichkeiten für Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen arbeitet und dabei unter anderem neue Biomarker und innovative Therapieansätze untersucht.

Gemeinsam Fortschritte ermöglichen

Das 6. BZKF-Netzwerktreffen zeigte, wie wertvoll die enge Zusammenarbeit der bayerischen Universitätskliniken ist, um klinische Forschung voranzubringen und neue Ansätze für Diagnostik und Therapie zu entwickeln. Die vorgestellten Projekte und Auszeichnungen verdeutlichen, wie sich die gemeinsame Krebsforschung im BZKF weiterentwickelt. 

Neben den fachlichen Impulsen bot das Treffen Gelegenheit zum persönlichen Austausch, für neue Ideen und zur Vernetzung über Standorte und Disziplinen hinweg. Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, Wissenschaftlern und Partnern, die diesen gelungenen Netzwerktag möglich gemacht haben.