Mythos oder Medizin:
Zieh dich warm an, sonst erkältest du dich!
Mythos oder Medizin:
Zieh dich warm an, sonst erkältest du dich!
Wer kennt diesen Satz nicht auch aus der eigenen Kindheit, fürsorglich von der Mutter oder der Oma mit auf den Weg gegeben: „Zieh dich warm an, sonst erkältest du dich!“. Was einen früher selbst vielleicht manchmal dezent genervt hat, gibt man in der kälteren Jahreszeit dann aber meist den eigenen Kindern mit. Erkältung kommt von Kälte – und dagegen wappnet man sich ganz automatisch mit entsprechender Kleidung.
Doch stimmt das wirklich? Kann man zu luftig, zu dünn angezogen sein? Schließlich gibt es ja auch die „beinharten“ Menschen, die selbst im Winter barfuß gehen oder in Eiswasser baden. Und verhindern kuschelige Pullis, warme Mützen, Schals und ein Anorak tatsächlich Schnupfen, Grippe & Co.? Ganz so eindeutig ist das leider nicht. Denn Auslöser für Erkältungen im Winter sind Viren und Bakterien. Der primäre Schutz gegen einen Schnupfen ist daher nicht die warme Kleidung, sondern in erster Linie ein gesunder Lebensstil. Wer sich viel an der frischen Luft bewegt, Obst und Gemüse zu sich nimmt, ausreichend schläft und auf giftige Substanzen wie Alkohol und Zigaretten verzichtet, ist schon einmal gut gegen eine Ansteckung gewappnet.
Da wird man auch nicht so schnell von einem Schnupfen „angeflogen“, wenn man sich unter Menschen bewegt, wo die Gefahr einer Tröpfchenübertragung höher ist. Wenn man sich in der kalten Jahreszeit in geschlossenen Räumen zusammenfindet, viel mit Bus und Bahn fährt, und überhaupt weniger im Freien ist, steigt natürlich das Schnupfenrisiko. Zudem trocknen durch die Heizungsluft die Schleimhäute in Nase und Rachen aus. Viren können sich dadurch besser einnisten.
Dennoch ist es nicht ratsam, selbst im Winter ausschließlich auf die Sommergarderobe zurückzugreifen. Ist einem kalt, ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Der Körper verliert so weniger Wärme, damit die lebenswichtigen Organe nicht auskühlen. Das hat jedoch einen weiteren Effekt: Auch Abwehrzellen gelangen in geringerer Zahl durch das Blut in die Schleimhäute – und deswegen haben Erkältungsviren ein leichtes Spiel.
Ein besonderes Augenmerk sollte man vor allem auf die warme Verpackung von Kopf und Füßen legen: Wegen der geringeren Durchblutung, die der Körper bei kalten Temperaturen leistet, kühlen insbesondere Finger, Zehen und Ohren zuerst ab. Wenn es knackig kalt wird, ist das Risiko einer Auskühlung und für Erfrierungen dort am größten. Und deswegen ist es auf jeden Fall gut, bei kühleren Temperaturen auf eine Mütze sowie auf Handschuhe und Schal nicht zu verzichten.